Mörder geiles Tagerl – Die Mayerlrampe vom Süden


Mayerlrampe Titelbild

Das Wetter war perfekt und so ein stabiles Hoch musste genutzt werden. Pläne und Projekte gibt es einige. Nach ein paar Checks war klar: Fliegen fällt auf den hohen Bergen weg, weil einfach zu viel Wind war, was bei Föhnlage meistens so ist. Aber eine Alternative war schnell gefunden und ich musste Michl nicht lange überreden. Ich wollte schon des längeren die Mayerlrampe am Großglockner vom Süden klettern.



Zeug zusammenpacken am großen Parkplatz vom Lucknerhaus

Ich hatte zwar schon den ein oder anderen Bericht gelesen und auch Tipp bekommen, aber es hat sich noch nicht ergeben. Dieses Mal war es perfektest. Am Sonntag sind wir gemütlich angereist und noch auf die Stüdlhütte gegangen. Dort haben wir im Winterraum übernachtet. Mit einer Spende von 5€ bzw. 10€ hat man alles, was man braucht. Töpfe, Holz, einen Ofen, gemütliches Schlafplatzerl mit Decken. Als wir ca. um 18:00 oben waren, waren bereits ein paar Leute oben. Eine 4er Truppe Salzburger Snowboarder und ein Kletterpärchen. Der Herd glühte und wir setzten uns in die warme Stube. Echt cool. Eine kleine Nachspeise, Teekochen und Wasser machen und ab in die Federn, schließlich wollten wir am nächsten Tag zeitig starten.

Am Beginn der Grögerrinne – beste Verhältnisse

04:00 – der Wecker läutet und schnell waren wir beim Frühstück. Die Stube war noch immer warm. Gemütliches Frühstück und raus in die Kälte. Der Wind war doch etwas stärker und alles war gut gefroren. Sternenklar, keine Wolke und eine unglaubliche Sicht, die uns den ganzen Tag begleiten sollte. Im flotten Schritt stapften wir Richtung Stüdlgrat. An diesem vorbei zur Grögerrinne. Von unten schaute diese jetzt nicht ganz so gut aus. Waren doch ein paar unterbrochene Stellen drin. Aber wir hatten ein paar Friends und Schlaghaken mit, was schon passen sollte. Außerdem war alles so festgefroren, das sollte kein Problem sein, dachte ich mir.

Blick vom oberen Teil der Grögerrinne Richtung Stüdlgrat

Beim Bergschrund packten wir das Seil aus und überkletterten diesen. Völlig unproblematisch. Gemütlich ging es Richtung Untere Glockner Scharte und die unterbrochenen Stellen waren total harmlos, eigentlich richtig schönes Bergsteigen. Mit dem Monozack kann präzise geklettert werden und die Eisgeräte liefen wie von selbst. Pünktlich zum Sonnenaufgang standen wir auf der messerscharfen Scharte. Echt cool so ein scharfer Grat. 45° auf der einen Seite, 55° auf der anderen.

Abseilen in die Nordseite bei Sonnenaufgang – vom Ersten Stand

Der Wind blies uns gscheit um die Ohren und so beeilten wir uns mit dem Abseilen. Da Michl den zweiten Abseilstand kannte, seilte er als Erster ab. Er erkundigte sich nochmal, ob meine Seile tatsächlich 60 Meter sind, weil der nächste Stand ist ziemlich genau 59,5 Meter links (orographisch rechts). Perfekt. Michl war schnell unten. Ich folgte. Von dort ging es wieder 60 Meter in die Flanke. Da ich nicht abklettern wollte, fädelten wir noch eine Abalakov. Wir hatten zwar keine Lange Schraube mit, jedoch machte ich mit der 18er einfach vier Löcher und fertig ist die Gaudi.

Michl quert in die gut gespurte Mayerlrampe

Gemütlich und im guten Eis ging es dann in die Mayerl. In der Mayerl selbst hatten wir wahnsinnig gute Verhältnisse. Gute Tritte, fester Schnee und später auch gutes Eis. Es war einfach nur Genuss-Kletterei. Am fliegenden Seil sind wir bis zum Ausstieg geklettert. Alle 40 Meter gab es die ein oder andere Sicherung und so waren wir bald am Ausstieg.

Schnell waren wir wieder am Ausstieg der Rampe – Michl auf den letzten Metern

Auf der Grögerschneid sicherte ich Michl nach und sah eine Partie in der Aschenbrenner. Zuvor erzählte mir die Seilschaft, die wir in der Mayerl überholt hatten, dass eine Seilschaft die Aschenbrenner machen wollte und die Bergsteiger aus Bozen seien. Scheinbar war das genau diese Seilschaft. Cool dachte ich mir, die Aschenbrenner wollte ich auch schon mal machen. Kurz dachte ich auch an Philipp, einen Bergsteiger aus Bozen, von dem ich schon lange nichts mehr gehört hatte.

Suchbild – Philipp & Buba in der Aschenbrenner

Die Gedanken waren aber dann wieder auf den Nordwestgrat fokussiert. Der Nordwestgrat schaute böse und schwierig aus und ich kann mich noch gut erinnern, wie er mir Furcht eingeflößt hat. Jetzt bin ich da viel entspannter. Ja ich freute mich richtig auf die Kletterei. So ändern sich die Zeiten. Michl war dann bald am Ausstieg der Rampe. Seine Worte: “super woars!“

Genusskletterei am Nordwestgrat

Michl kletterte jetzt weiter und zügig ging es zu dem furchteinflößenden Nordwestgrat. Aber auch er kannte diesen und so waren wir in zwei fliegenden Längen oben am Gipfel. Unglaublich. Alleine. Keine Wolke. Fernsicht bis nach Afrika. Pah das ist ein Gefühl.

Wolkenloser Großglocknergipfel – immer wieder geil

Glücklich und zufrieden geht es über den Normalweg wieder zurück. Ein paar Seilschaften arbeiten sich gerade den Normalweg hinauf und erkundigen sich nach den Verhältnissen. Na was soll ich sagen. Perfekt vielleicht ein bisschen windig. Ja der Föhn arbeitet da oben mit 40km/h und teilweise ein bisschen mehr. Bei der Adlersruhe machen wir im Lee (Sonnenbankerl) eine kurze Pause. Und wer steht plötzlich vor mir. Philipp und Buba. Oida, ist das cool. Die Bozner Seilschaft in der Aschenbrenner waren Philipp und Buba gewesen. Wir plauderten ein bisschen und auch sie berichteten von echt guten Verhältnissen in der Aschenbrenner.

Herzliches Zusammentreffen (Buba, Philipp, Flo)

Nach einer kurzen Pause verabschiedeten wir uns herzlich. Wir konnten ja in der Sonne absteigen. Buba und Philipp mussten über die Nordseite zurück :-). Bis zur Stüdlhütte hatten wir nur Sonne und einen wunderbaren Abstieg. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, gings dann wieder flott heimwärts, aber die Pizza im Leonardo und ein Bier waren dann schon noch drin.

Danke für das super Tagerl

Fakts:
120min Stüdlhütte bis zur Abseilstelle in die Facilidesrinne
60min Facilides abseilen und Querung in die Mayerlrampe
60min Mayerlrampe bis Grögerschneid
60min Nordwestgrat

Hier die Bilder zur Tour

 

  1. Leo am 15. Dezember 2015

    Hey lässige Tour ! :)
    Wie sind die zwei Stände beinand? Gut zu finden ? Der Erste befindet sich direkt beim Ausstieg der grögerrinne?
    Lg leo

    • Hi Leo, hab dir ein mail geschickt. :-)
      lg Flo

  2. Sophie am 10. November 2015

    Ist das schön, zum Weinen oder zum Steinerweichen oder ganz einfach Natur pur! Busserl SOPHIE

  3. Das mit dem Gleitschirmstart Richtung Süden hab ich auch schon geträumt- jetzt träum ich noch von einem Strt gen Norden in die Berglerrinne rein…

  4. Siegi am 7. November 2015

    Cooler Bericht, übrigens ich habe vor Jahren einmal geträumt ich wäre die Mayerl geklettert und dann oben vom Ausstieg nach Süden mit dem Gleitschirm gestartet und mit einem aus heutiger Sicht lächerlichen Kimfly Nuptse 1 ín perfekten thermischen Verhältnissen vor dem Gipfel herumgeflogen. Aber leider ist das Starten dort ja nicht erlaubt, deswegen konnte ich das leider nie umsetzen, Schade drum ;-)

  5. Jürgen am 7. November 2015

    Cooler Bericht, geiler Bilder! Der Neid könnte einen fressen!

  6. Bitteschön! War mir ebenfalls eine Ehre- noch dazu, da du mir (fast) kritiklos den Vortritt bis zur Mayerl gelassen hast (eh kloar- i hob`s jo scho kennt… :-) )!

    • :-) des gfreit den Michl und ja war fast perfekt :-) 8-)

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