Dolomiten Action by Flo & Flo


die Kleine Zinne

Gesprochen hatten wir letztes Jahr schon darüber, als wir die „Ötzi trifft Yeti“ gegangen waren. Die Perln, „Die Perln vor die Säue“, die müssen wir unbedingt gehen. Ein Jahr später war es dann soweit. Ein freies Wochenende bei perfektem Wetter machte unseren Plan durchführbar.



Unser Stammparkplatz bei den Drei Zinnen

Gemeinsam mit Flo fuhren wir in 6 Stunden zu den drei Zinnen. Wie jetzt üblich zogen wir uns ein Ticket am Schranken und fuhren rauf zum Parkplatz. Dort hatten wir schon unseren Stammplatz auf einer der kleinen Parkterrassen. Das Wetter war perfekt, wenn auch nicht zu warm (14°C).

Die mächtige steile Wand der kleinen Zinne

Am nächsten Morgen machten wir uns keinen Stress. Wir standen gemütlich auf und frühstückten. Die erste Sonne kommt erst so gegen 09:00 in die Wand und die ist auf dieser Höhe sehr angenehm, wenn man keine kalten Finger haben will. In der „Gelben Kante“ war bereits Hochbetrieb. Drei Seilschaften waren in der Tour und drei weitere Seilschaften standen beim Einstieg. In der „Ötzi trifft Yeti“ war auch schon eine Seilschaft und eine zweite stieg mit uns zeitgleich ein.

Steil, zach, kleingriffig … Flo punktet die erste Seillänge

Flo führte die erste Seillänge souverän, trotz dem Kaltstart, der mit 8 bewertet ist. Obwohl im Nachstieg, pumpte mich die erste Länge gewaltig und am Stand war ich ziemlich blau. Aber für Flo kein Problem und er kletterte weiter. So ergab es sich, dass Flo eine Seillänge nach der anderen im Onsight knackte.

In den steilen Seillängen im Mittelteil

Im letzten Drittel der Wand stürzte einer der Tschechen in der „Ötzi“ und legte eine ca. 15 Meter Brezen mit Flugphase hin. Im ersten Moment dachte ich es wäre ein B.A.S.E. Jumper, aber es war der Vorsteiger der oberen Seilschaft. Scheinbar hat es ihn in einer der schweren Stellen aus der Wand gezupft. Da die Wand aber recht steil ist und überhängt, ist nichts passiert, außer einem Schock. Die Seilschaft seilte dann ab.

Zache steile Wandkletterei im besten Zinnenfels

Flo knackte dann auch das zache Dach und somit ging die Rechnung voll auf. Jede Seillänge onsight! Extrem starke Leistung vor der ich nur größten Respekt habe.

Spektakuläres Abseilen über die Tour

Am nächsten Tag wollten wir etwas Gemütlicheres gehen. Wir entschieden uns für die „Comici“ durch die Große Zinne Nordwand. Ein Ultraklassiker, der zur Hochsaison komplett überlaufen ist. Da wir nicht wussten wie viele Seilschaften an diesem Tag die Tour klettern würden, planten wir einen frühen Start.

Früher Start am Tag unserer Comici Begehung

Somit waren wir um 05:30 am Einstieg der Tour und waren so wirklich die Ersten. Obwohl die Wand ziemlich nass von der Schneeschmelze war, wollten wir einen Versuch wagen. Den Vorbau gingen wir seilfrei bis zum ersten Stand vor dem Riss. Dort seilten wir an und kletterten los.

Die erste zache Länge in der “Nordwandsonne”

Interessanterweise hatte Flo das Topoguide Topo und ich das Mauro Bernardi Topo (würde ich empfehlen!). Meine Seillängen waren alle mit V bzw. V+ und A0 bewertet. Flo´s Topo war das Freiklettertopo mit ein paar sportlichen 7er Stellen. So kletterten wir auch diese Tour. Flo kletterte alles frei und ich löste die knackigen fetznassen Stellen A0.

Teilweise waren die Seillängen fetznass

Bei einer der Rechtsquerungen brach mir im Nachstieg ein Griff aus und ich flog ca. 1 Meter ins Seil bis zu einem Fixkeil. Dieser knallte aber aus dem Riss und mein Pendler ging weiter. Ca. 5 Meter tiefer hing ich in einer kletterbaren Verschneidung. Puh ganz schön weit dachte ich mir, aber der Stand hielt. Ja, so ist das in Querungen wenn man nicht aufpasst!

Im letzen Teil der schweren aber gut eingenagelten 7er Längen

Die restlichen 7er Längen gingen ziemlich gut zu klettern und auch die Wand wurde trockener. Dann kletterten wir zu den Ausstiegsrissen, die nicht nur nass, sondern aus einem Wasserfall bestanden. Da uns Peter von einer Variante zum Ausweichen bei Stau erzählt hatte, hatten wir auch das Topo von der „Constantini Variante“ mit.

Weiter oben war es nicht nur nass, sondern ein Wasserfall überzog die Risse

Somit seilten wir wieder eine Seillänge ab und kletterten zurück zu dem Stand, an dem diese abzweigt. Die Variante war etwas trockener, aber verhältnismäßig etwas schwerer, zumindest laut Topo sind die Längen alle so im 5. Grad mal mit plus oder minus. Wir kletterten die erste Seillänge und wussten nicht, ob wir richtig waren.

Ein klassischer Dolomiten Fünfer – zach

Es gab keine Haken und keine Stände. Aber es war die einzige Möglichkeit in dieser steilen Wand. So schruppten wir uns das Riss- und Kaminsystem hinauf bis wir den ein oder anderen Haken fanden und wussten so das wir richtig waren. Mit einem Satz Frieds waren wir auch am Limit mit der Absicherung, da auch die Stände ein wenig Material brauchten. Später gab es sogar Stände mit dem einen oder anderen Haken. Aber die Absicherung war in Summe eher schlecht.

Steil, griffig und rau im oberen Teil der Variante

Nach oben wurde aber auch der Fels extrem gut. Trocken, rau und bombig fest. Echter Genuss, was den Fels betrifft. Somit stiegen wir dann am Ringband aus. Die Sonne war warm und entlohnte uns für die vielen kalten Nordwandstunden ohne Sonne.

Das schmale Band am Ausstieg der Tour

Über das Ringband gingen wir dann zur Westwand, wo wir uns über die „Via Marco Zambelli Franz“ abseilten. Somit waren wir in einer guten Stunde wieder unten. Ein Gewitterturm über der westlichen Zinne spukte ein paar Regentropfen aus, aber über uns war noch immer blauer Himmel. Perfekt eigentlich. Am Parkplatz kochten wir uns noch einen Kaffee und fuhren los. Interessanterweise war bei der Mautstation der Schranken offen, somit konnten wir uns die teure Maut sparen, was uns beiden einen echten Grinser kostete. Gemütlich fuhren wir dann nach Baden, wo wir wieder punktgenau den Nachtbus für den Flo erwischten. Wieder einmal ein saugeiles Zinnenwochenende made by Flo & Flo.

Flo & Flo … das waren die “Perln” – so ein lässiges Wochenende

 

Weitere Infos zum Klettern in den Dolomiten findet ihr hier (guter Bericht :-))

die Bilder zu den Touren könnt ihr euch hier ansehen.
Perlen vor die Säue
Comici (große Zinne)

  1. @ michl, ha ha ha, ja stimmt die gelbe Kante ist noch immer offen. Die Variante die ich damals gegangen bin hat auch noch keiner den ich kenne wiederholt *gg* – vielleicht führst mich ja mal rauf, dann schleif ich dich auch noch durch was zaches :-)

  2. Eh klar: lieber die “Perle” gehen als in der gelben Kante die richtige Linie suchen (und/ oder finden)… ;-)
    Warum seids euch kein einziges mal “verkoffert”? Weil nicht der thamer geführt hat…
    Scherz beiseite: super WE und super Touren! einwenigicheuchbeneide…

    lG
    michl

  3. Hey Flo – coole Touren – gratulation euch beiden. Und echt cool, dass Flo die Perlen geonsightet hat. Is a super Leistung!!
    LG Peter

  4. Andy am 25. Juni 2012

    Ich ziehe wieder wie so oft meinen Hut vor euren Wochenendaktionen !
    Weiter so und danke für die Gschicht
    lg a.

  5. Danke Peter, bin schon auf unser Projekt gespannt :-) lg flo

  6. Peter Gloß am 24. Juni 2012

    Feine Touren!! Respekt!